HISTORIE


Das Unternehmen Fritz Classen fokussiert sich in seinem Kerngeschäft auf die Entwicklung und Etablierung von Markenidentitäten.
 

Fritz Classen | Der Film

 

ZUR PERSON

Friedrich Classen, von seinen Freunden kurz „Fritz" genannt, war ein Unternehmer, der den Wert einer unverwechselbaren Unternehmensidentität bereits sehr früh erkannte. Durch eine Studienarbeit im Jahr 2005 über die Geschichte und Philosophie des Unternehmens Braun ("Quo vadis Braun"), in der er von mehreren bedeutenden Akteuren dieser Epoche als Referenz genannt wurde, entdeckten wir diese großartige Persönlichkeit.

Fritz Classen wirkte auf dem Gebiet der identitätsstiftenden Unternehmensführung und der visuellen Kommunikation. Obwohl er selbst nie zu großer Berühmtheit gelangte, übte seine Arbeit großen Einfluss auf die epochalen Erscheinungsbilder vieler Unternehmen aus. Als Integralist verstand er es, sich das tiefe Fachwissen aus mehreren Disziplinen für eine umfassendere Sichtweise auf unternehmensspezifische Fragestellungen verschiedenster Art nutzbar zu machen. In diesem Sinne fungiert er als Gallionsfigur für unser Unternehmen.

Fritz Classen könnte heutzutage aber auch für jeden stehen, der die Werte Langlebigkeit, Verantwortungs-bewusstsein und Integrität als Teil seiner kulturellen (Unternehmens-) Identität begreift und konsequent verfolgt. 

Friedrich Classen entstammte einer im Alten Land verankerten, bodenständigen Hamburger Kaufmannsfamilie. Obwohl die Familie relativ wohlhabend war, wurden Friedrich während seiner Adoleszenz keinerlei Privilegien zuteil. Der Vater stand zudem dem Berufswunsch seines Sohnes, der eine Lehre als Schriftsetzer beginnen wollte, anfänglich skeptisch gegenüber. Dessen Wunsch nach einem bodenständigen Fundament war es dann aber, die den Vater – passend zu seinen Prinzipien einer wertekonservativen Erziehung – mit dieser Idee versöhnte.

Schon während seiner Ausbildung setzte sich Friedrich mit den Arbeiten von Peter Behrens (AEG) und weiteren Zeitgenossen auseinander, die für sich die Maxime eines einheitlichen Erscheinungsbildes von Unternehmen auserkoren hatten. Durch diesen Ansatz geprägt entwirft er bereits in den ersten Jahren seiner Berufstätigkeit eigene visuelle Unternehmensidentitäten für verschiedene mittelständische Unternehmen, vornehmlich aus dem lokalen Hamburger Umfeld. 

Während dieser Zeit kommt es aber wegen der Entfremdung zum familiären Milieu zeitweise zu sozialen Spannungen innerhalb der Familie, die jedoch durch Friedrichs Entschluss, zur Anreicherung seines Wissens ein Studium der Volkswirtschaftslehre anzuschliessen, ein harmonisches Ende finden. 

Seine umfangreiche Erfahrung in visueller Kommunikation und sein Studienwissen zum nachhaltigen Unternehmensaufbau münden schließlich in der Gründung seines Büros zur Entwicklung von tragfähigen Unternehmensidentitäten. Nach seinem Tod – in den frühen 80er Jahren – finden seine Gedanken im Wirken unseres heutigen Unternehmens eine Fortsetzung.

Arbeiten
 

Wer Fritz Classen beauftragte bekam niemals nur eine strategische Sichtweise geliefert, immer fanden auch Aspekte der Operationalisierung Berücksichtigung. Es ging ihm um den Aufbau authentischer Unternehmens-identitäten.

Sein ambivalentes Verhältnis zu jeglicher Form von Marketing, das einzig auf die Steigerung von Absatzzahlen zielt, widerstrebte seinem Anspruch auf die langfristige Etablierung von Unternehmensprofilen. Er fokussierte sich auf die Balance zwischen visuellen Stimuli und klaren Botschaften. Der bewusste Einsatz von Typografie und das Bekenntnis zu geometrisch-symmetrischen Formaten halfen ihm dabei, diese klaren und differenzierten Unternehmensprofile zu erschaffen.

Neben der strategischen Auseinandersetzung mit einem unternehmerischen Problem war ihm auch immer der gestalterische Ansatz zur Lösung wichtig. Der feste Glauben an verantwortungsvolle Unternehmensführung und die Kraft guter Ästhetik zur Kultivierung der Gesellschaft waren stilprägend für sein gesamtes Schaffen.