Algen – Weltretter?



Strandbesucher empfinden Algen oft als lästig, da sie der Gestank stört. Dennoch sollte man nicht unterschätzen welches Potenzial in diesen Pflanzen steckt. Schätzungsweise gibt es mehr als 500.000 verschiedene Algenarten, die alle unter dem Begriff Alge zusammengefasst werden. Bisher nutzen die Menschen nur 500 Algenarten z.B. als Biotreibstoff oder als Nahrungsmittel.


In Asien ist die Alge fester Bestandteil der Küche. Sie kommt frisch auf den Tisch z.B. als Wakame-Salat oder Sushi-Ummantelung. Generell sind Algen kalorienarm und liefern Proteine, Mineralstoffe, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren. Sie könnten eine Alternative zu Fisch und Fleisch darstellen und mit helfen unser Klima zu retten. Einige Algensorten filtern aber auch Schadstoffe aus dem Wasser wie z.B. Blei, Quecksilber, Cadmium oder Arsen. Außerdem können getrocknete Meeresalgen hohe Jodgehalte aufweisen. Wenn Algen kontrolliert in großen Süßwasserbecken gezüchtet werden, können diese Verunreinigungen vermieden werden.

In Deutschland wird die Alge immer häufiger als getrocknetes Superfood angeboten z.B. als Nahrungsergänzungsmittel wie Chorella oder Spirulina oder in Getränke gemischt wie dem Softdrink Helga oder Anitoxidant Shots.


In der Architektur dienen Algen als Energieerzeuger und Isolation. In Hamburg wurde das erste Algae House mit bioreaktiver Fassade gebaut. Das EU-Projekt SaltGae arbeitet daran Abwasser mit Hilfe von Mikroalgen in Trinkwasser zu verwandeln. Die Berliner-Firma Solaga verkauft grüne Bilderrahmen mit Algen, welche die Raumluft filtern. Die Algenkulturen produzieren kostenlos und nachhaltig Sauerstoff. Die TU Kaiserslautern forscht an einem Projekt, dass die Grünalge modifiziert, um Plastik zu recyceln und neu herzustellen. Darüber hinaus könnte Algenstoff eine Alternative zur Baumwolle werden. Das vegane Modelabel Umasan setzt Seacell schon als Material ein.

Auch die Medizin sucht nach den Heilkräften der Alge z.B. in der Krebsforschung. Die Kosmetikindustrie preist Algen-Inhaltsstoffe als hervorragenden Sonnenschutz und als Hilfe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte an. Die deutschen Kosmetikmarken Oceanwell und Euspiron haben sich ganz dem Meereswirkstoff verschrieben. Zusammengefasst könnte die Alge die Lösung für viele Probleme unserer Zeit sein.

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